Fischbestand-Untersuchung der Amper am 26.07.2023
am 26.07.2023 fand im Rahmen der Bewertung der Fischbestände zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie eine Fischbestandsuntersuchung in der Amper statt. Die Untersuchung wurde vom Landesamt für Umwelt mittels Elektrobefischung unter Verwendung eines 8 kW Gleichstrom- Elektrofischfanggerätes durchgeführt. Untersucht wurde ein 1,6 km langer Abschnitt in unserer Bewirtschaftungsstrecke. Ziel ist es den ökologischen Zustand der Amper anhand des Bioindikators „Fisch“ zu bewerten.
Der Fischgewässertyp des Flusswasserkörpers 1_F443 Amper ist als Gewässer der Barbenregion (Epipotamal) eingestuft. In der zugehörigen Referenzartenliste werden 37 Fischarten als heimisch benannt. Kennzeichnend für diesen Fischgewässertyp sind die Bestände der Leitfischarten Aitel, Barbe, Brachse, Flussbarsch, Laube, Nerfling und Rotauge. Darüber hinaus kommen die typspezifischen Arten Äsche, Bachschmerle, Bitterling, Elritze, Frauennerfling, Gründling, Hasel, Hecht, Nase, Schied und Rotfeder, sowie einige Begleitarten vor.
Insgesamt konnten davon im untersuchten Abschnitt nur 14 Fischarten nachgewiesen werden. Die für den Gewässertyp namensgebende Leitfischart Barbe ist gegenüber der Referenz mit einer Abweichung von 82,3 % stark unterrepräsentiert. Die anspruchsloseren Leitarten Barsch, Aitel und Rotauge hingegen sind mit einer Abweichung von bis zu 235,1% im Fang deutlich überrepräsentiert. Die Leitfischart Nerfling konnte nicht mehr nachgewiesen werden. Auch die besonders schützenswerte FFH Angang II Art Frauennerfling konnte bei der Fischbestandsaufnahme nicht mehr nachgewiesen werden.
Von den drei aufgeführten wandernden Fischarten (potamodrom) Huchen, Nase und Rutte konnte keine Art nachgewiesen werden. Der Migrationsindex ist daher erwartungsgemäß schlecht. Die Altersstruktur der Leitfischarten Nerfling, Barbe und Brachse weist zudem deutliche Defizite insbesondere im Hinblick auf die Reproduktion auf.
Die extrem warmen Sommer der vergangenen Jahre mit Niedrigwasser haben den Fischen zugesetzt. Eine Verschiebung der Artenzusammensetzung hin zu eher anspruchsloseren, wärmetoleranteren Arten ist erkennbar. Die Befischung deutet sogar auf einen „mäßigen“ ökologischen Zustand der Amper hin.
Grund für diese Tendenz sind die mittlerweile fehlenden Ufergehölze. Durch den Verlust der Gewässerbeschattung erwärmt sich das Gewässer stark – wichtige Teillebensräume, wie Unterstände, die Schutz vor Fressfeinden liefern, gehen verloren. Stress und schlechte Kondition führen bei fischen zu einer verminderten Reproduktion. Ein weiterer Grund ist der mangelnde Eintrag von Kies. Über die Windach wird aufgrund von Querbauwerken kein umlagerungsfähiges Geschiebe mehr eingetragen. Das intakte Kieslückensystem ist jedoch wichtiger Lebensraum für Fischnährtiere und dient den Fischen als Laichsubstrat.
Übersicht der nachgewiesenen Fischarten:
